Octreotid-Scan (Somatostatinrezeptor-Szintigraphie)

Autor: Dr. med. habil. Gesche Tallen, erstellt am: 02.07.2007, Redaktion: Maria Yiallouros, Freigabe: Prof. Dr. med. Ursula Creutzig, Zuletzt geändert: 04.06.2020

Beim Octreotid-Scan (Somatostatinrezeptor-Szintigraphie, Octreoscan) handelt es sich um ein spezielles nuklearmedizinisches Verfahren [Nuklearmedizin], das zur Darstellung von Tumoren und Metastasen genutzt werden kann.

Bei dieser Untersuchung wird dem Patienten eine Somatostatin-ähnliche Substanz in die Vene verabreicht (zum Beispiel radioaktives Octreotid oder Indium-111-Pentetreotid), die daraufhin über den Blutkreislauf zu bestimmten Körperregionen gelangt. Dort kann sie an bestimmte Rezeptoren, die Somatostatin-Rezeptoren, andocken.

Somatostatin ist ein großes Körpereiweiß (Peptid), das neben vielen anderen Aufgaben die eines Botenstoffes im Zentralnervensystem (Neurotransmitter) erfüllt. Entsprechend finden sich Somatostatin-Rezeptoren unter anderem in verschiedenen Bereichen des Gehirns wie dem Hypothalamus, der Großhirnrinde und dem Hirnstamm, jedoch auch in embryonalen Tumoren. Die radioaktive Substanz sammelt sich also überall dort an, wo Somatostatin-Rezeptoren vorhanden sind und gibt dort Strahlung ab. Diese Strahlung wiederum wird von einer Spezialkamera (Gammakamera) aufgefangen und anschließend zu einem Bild verarbeitet.

Vor jeder nuklearmedizinischen Untersuchung werden der Patient und (solange dieser jünger als 18 Jahre ist) seine Angehörigen von einem erfahrenen Facharzt für Röntgen- und Strahlentherapie (Neuroradiologe, Kinderradiologe) unter anderem über die Notwendigkeit und die Durchführung dieser Untersuchung aufgeklärt. Ohne Ihre schriftliche Einwilligung nach der Aufklärung darf die Untersuchung nicht durchgeführt werden.