Wiskott-Aldrich-Syndrom (WAS)

Das Wiskott-Aldrich-Syndrom (WAS) ist eine erbliche Erkrankung des blutbildenden Systems. In diesem Text erhalten Sie die wichtigsten Informationen zu Krankheitsbild und Krankheitsformen sowie zu Häufigkeit, möglichen Ursachen, Symptomen, Diagnose, Behandlung und Prognose der Erkrankung.

Autor: PD Dr. med. Michael Albert/ PD. Dr. med. Gesche Tallen, Redaktion: Ingrid Grüneberg, Freigabe: PD Dr. med. Michael Albert, Zuletzt geändert: 30.01.2018

Bei dem Wiskott-Aldrich-Syndrom (WAS) handelt es sich um eine erbliche Erkrankung des blutbildenden Systems, die ausschließlich bei männlichen Patienten auftritt.
Die Ausprägung der Krankheitszeichen kann sehr unterschiedlich sein (siehe unten). Es sind sowohl die weißen Blutkörperchen (Leukozyten), die für die Infektionsabwehr zuständig sind, als auch die Blutplättchen (Thrombozyten), die zum Blutgerinnungssystem gehören, betroffen. Das erklärt, warum die Krankheit sowohl mit Störungen des körpereigenen Abwehrsystems als auch der Blutgerinnung einhergeht.

Der folgende Informationstext richtet sich insbesondere an Patienten mit Wiskott-Aldrich-Syndrom, an deren Angehörige, Freunde, Lehrer und andere Bezugspersonen sowie an die interessierte Öffentlichkeit. Er soll dazu beitragen, diese Erkrankung, die Möglichkeiten ihrer Behandlung sowie die Probleme und besonderen Bedürfnisse der Patienten zu begreifen. Unsere Informationen ersetzen nicht die erforderlichen klärenden Gespräche mit den behandelnden Ärzten und weiteren Mitarbeitern des Behandlungsteams; sie können aber dabei behilflich sein, diese Gespräche vorzubereiten und besser zu verstehen.

Anmerkungen zum Text

Dieser Patiententext ist von den oben genannten Autoren erstellt worden. Diese Autoren sind Spezialisten für Blutkrankheiten bei Kindern und Jugendlichen. Der Informationstext basiert auf den Erfahrungen der Spezialisten und auf der unten angegebenen Literatur. Der Text wurde durch die oben angegebene Redakteurin zuletzt im November 2016 für dieses Informationsportal bearbeitet und zur Einstellung ins Internet für die Dauer von fünf Jahren freigegeben. Nach Ablauf dieser Frist soll der Text erneut überprüft und aktualisiert werden.

Bitte beachten Sie, dass es sich im Folgenden um allgemeine Informationen und Empfehlungen handelt, die – aus der komplexen Situation heraus – nicht notwendigerweise in ihrer Gesamtheit bei jedem Patienten zutreffen. Viele Therapieempfehlungen müssen im Einzelfall und im Team entschieden werden. Ihr Behandlungsteam wird Sie über die für Ihr Kind am ehesten in Frage kommenden Maßnahmen informieren.

Basisliteratur

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Weitere Literatur

  1. Albert MH, Notarangelo LD, Ochs HD: Clinical spectrum, pathophysiology and treatment of the Wiskott-Aldrich syndrome. Current opinion in hematology 2011, 18: 42 [PMID: 21076297] ALB2011